Meilensteine unserer Geschichte

1869: Robert Mühle

Unsere Unternehmensgeschichte beginnt mit dem mutigen Entschluss Robert Mühles. Dieser wurde 1841 im wenige Kilometer von Glashütte entfernten Lauenstein geboren. Nach seiner Ausbildung beim Uhrenfabrikanten Moritz Großmann wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit – und gründete 1869 in Glashütte ein Unternehmen, das Präzisionsmessgeräte für die heimische Uhrenindustrie und die Uhrmacherschule herstellte. Damit hatte er sich bereits dem verschrieben, was bis heute die Geschichte unserer Familie und unserer Produkte prägt: das präzise Messen. Zugleich befand er

sich mit seinen Messinstrumenten auf der Höhe der Zeit. Denn bei der Fertigung ihrer Uhrwerke nutzten die aufstrebenden Glashütter Manufakturen nicht mehr das Pariser Linienmaß, sondern das neu in die Uhrmacherei eingeführte metrische System. Und die dafür erforderlichen Messgeräte und Instrumente wurden ab 1869 bei Robert Mühle gebaut. Mit seinen präzisen Messgeräten leistete Robert Mühle also einen wichtigen Beitrag zum guten Ruf Glashüttes als Zentrum der deutschen Uhrenindustrie: Nur weil wir damals schon so präzise arbeiteten, konnten andere dies auch tun.

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1994: Hans-Jürgen Mühle

Hans-Jürgen Mühle (*1941) hatte in Jena Feinmechanik sowie Optik studiert und danach in einem Zulieferbetrieb unserer Firma gearbeitet. Nach dem Tod des Vaters wurde er Betriebsleiter des Familienunternehmens und konnte das Lebenswerk seiner Vorfahren fortführen bis unsere Familie 1972 enteignet wurde.

Dabei wurde das Unternehmen zunächst in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt und später in den VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) eingegliedert. Als es zur Wiedervereinigung Deutschlands kam, war Hans-Jürgen Mühle zum Vertriebsleiter der GUB aufgestiegen. Um diese in das neue Wirtschaftssystem zu führen, wurden er und vier weitere Kollegen zu Geschäftsführern ernannt. Nach Erfüllung dieser Aufgabe verließ er die GUB. Denn seine eigentliche Berufung sah er in einem anderen Bereich.

Es war das Familienunternehmen und die Tradition seiner Vorfahren, der er sich verpflichtet fühlte. Deshalb gründete Hans-Jürgen Mühle 1994 die „Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik“. Hier wollte er sich wieder ganz der Präzision und dem präzisen Messen widmen.

Das Wissen, das unsere Familie auf diesem Gebiet erworben hatte, hat er auf die Fertigung von Marinechronometern und Arm­banduhren übertragen. Mit dieser Form von Messinstrumenten war er als Vertriebsleiter der GUB in Kontakt gekommen. Seitdem fertigt unsere Familie hochpräzise Marinechronometer, Schiffsuhrenanlagen und andere nautische Instrumente. 1996 stellten wir dann unsere ersten mechanischen Armbanduhren vor: die Marinefliegeruhr-I und die Herren-Sport-Taucheruhr.

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2014: Thilo Mühle

Mit Thilo Mühle hat unser Unternehmen einen Geschäftsführer aus der fünften Generation an seiner Spitze. Nachdem er ins Familienunternehmen eingetreten war hat er zunächst die Produktentwicklung für unsere Armbanduhren übernommen. Später teilte er sich die Unternehmensführung gemeinsam mit seinem Vater, bevor er 2007 die alleinige Geschäftsführung übernahm.

Sein Weg ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was wir von Mühle-Glashütte unter Kontinuität, Tradition und der Weitergabe von Wissen verstehen. Denn so können wir sicherstellen, dass das in unsere Zeitmesser einfließende Know-how nicht verloren geht und diese stetig weiterentwickelt werden, weil die nachfolgende Generation deren Entwicklung mit neuen Ideen vorantreibt.

Unter der Führung Thilo Mühles hat sich unser Unternehmen Schritt für Schritt zu dem entwickelt, was man in der Uhrmacherei Manufaktur nennt: das heißt zu einem Uhrenhersteller, der die Fähigkeit besitzt, eigene Uhrwerke zu konstruieren und die überwiegenden Bauteile dafür selbst zu fertigen.

Den ersten Schritt dazu stellt unser Chronographen-Werk MU 9408 dar. Dieses basiert auf einem so tiefgehend modifizierten Basiswerk, dass eine eigene Kaliber­bezeichnung nötig wurde. Das erste komplett selbst konstruierte Uhrwerk war unser Handaufzugswerk MU 9411, das exklusiv in der Teutonia III Handaufzug zum Einsatz kommt. Diese Entwicklung wird von den Uhrwerken unserer neuen Manufakturlinie
„R. Mühle & Sohn“gekrönt.

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