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Seit 1869 in Glashütte: Fünf Generationen Mühle

Mühle und Glashütte – das ist eine lange Geschichte. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn seit 700 Jahren ist unsere Familie schon hier in der Gegend ansässig. Einer unserer Ahnen wurde sogar in den Freiherrnstand erhoben. Seit 1629 haben wir deshalb ein Familienwappen, vor allem aber ein Familienethos: "Weder durch Hoffnung, noch durch Furcht" lautet es. Dass wir bodenständige Realisten sind, die auch Probleme mutig in Angriff nehmen, bedeutet es. Gerade deswegen haben wir wohl auch nicht aufgegeben, als unser 1869 gegründetes Familienunternehmen durch Weltkrieg, Sozialismus und Enteignung bedroht wurde. Und so können wir heute mit Stolz sagen, dass der Name "Mühle" seit fünf Generationen für Präzision und das präzise Messen steht.

Mit der Fertigung von Messinstrumenten haben wir damals begonnen. Bei der Entwicklung von Zeitmessinstrumenten sind wir heute angekommen. Wie es dazu kam? Eine lange Geschichte, die in aller Kürze auf den folgenden Seiten dargestellt wird. Das war uns wichtig. Schließlich begründete sie das, wofür Mühle heute steht: Elementare Zeitmessung.

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Erste Generation: Robert Mühle.

Unsere Unternehmensgeschichte beginnt mit dem mutigen Entschluss Robert Mühles. Dieser wurde 1841 im wenige Kilometer von Glashütte entfernten Lauenstein geboren. Nach seiner Ausbildung beim Uhrenfabrikanten Moritz Großmann wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit – und gründete 1869 in Glashütte ein Unternehmen, das Präzisionsmessgeräte für die heimische Uhrenindustrie und die Uhrmacherschule herstellte. Damit hatte er sich bereits dem verschrieben, was bis heute die Geschichte unserer Familie und unserer Produkte prägt: das präzise Messen.

Zugleich befand er sich mit seinen Messinstrumenten auf der Höhe der Zeit. Denn bei der Fertigung ihrer Uhrwerke nutzten die aufstrebenden Glashütter Manufakturen nicht mehr das Pariser Linienmaß, sondern das neu in die Uhrmacherei eingeführte metrische System. Und die dafür erforderlichen Messgeräte und Instrumente wurden ab 1869 bei "Rob. Mühle & Sohn" gebaut.

Mit seinen präzisen Messgeräten leistete Robert Mühle also einen wichtigen Beitrag zum guten Ruf Glashüttes als Zentrum der deutschen Uhrenindustrie: Nur weil wir damals schon so präzise arbeiteten, konnten andere dies auch tun.

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Zweite Generation: Paul, Max und Alfred Mühle.

Für die Präzision und Qualität ihrer Messinstrumente sind unsere Vorfahren schon früh ausgezeichnet worden. Auf einer Ausstellung in Dresden erhielten sie von der Stadt zum Beispiel die "Goldene Medaille" des Jahres 1896.

Dank des guten Rufs konnten sie die Fertigung von Messinstrumenten auf ein neues Gebiet ausweiten. Und so stattete "Rob. Mühle & Sohn" in den Jahrzehnten nach 1920 berühmte Automobilmarken wie Horch, Maybach und DKW mit Autouhren, Geschwindigkeits- und Drehzahlmessern aus. Darüber hinaus wurden auch Räder und Triebe sowie Zähl- und Uhrwerke für technische und wissenschaftliche Zwecke bei Mühle in Glashütte gefertigt.

Auf diese Weise gelang es den Söhnen Robert Mühles – Paul, Alfred und Max Mühle – das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen. Erst die Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg setzten dieser Erfolgsgeschichte ein Ende. Denn wie viele andere Glashütter Unternehmen wurde der Familienbetrieb 1945 enteignet und demontiert.

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Dritte Generation: Hans Mühle.

Die Enteignung des über 75 Jahre erfolgreich arbeitenden Betriebs war ein schwerer Schlag für unsere Familie. In seiner bisherigen Form wurde er komplett zerschlagen und an die Zeiss-Werke Jena angegliedert.

Der dritten Generation ist es dabei zu verdanken, dass der Name "Mühle" weiterhin mit dem präzisen Messen in Verbindung blieb. Hans Mühle gründete noch im Dezember 1945 ein neues Unternehmen, das sich später zum alleinigen Hersteller von Zeigerwerken für Druck- und Temperaturmessgeräte in Ostdeutschland entwickelte.

Hans Mühle wurde 1903 als Sohn von Paul und Elisabeth Mühle geboren und hatte nach seinem Studium zunächst als Betriebsingenieur gearbeitet. Dass ihm die Leidenschaft für das präzise Messen geradezu im Blute lag, dafür sorgte auch seine engere Verwandtschaft. Denn seine Mutter war eine geborene Stübner und stammte damit aus einer Familie, die sich mit Chronometern zur Taktung von Leuchtfeuern einen Namen gemacht hatte.

Als Hans Mühle 1970 starb, übernahm sein Sohn Hans-Jürgen Mühle den Betrieb, der sich trotz der politischen Umstände in Privatbesitz befand.

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Vierte Generation: Hans-Jürgen Mühle.

Hans-Jürgen Mühle hatte Feinmechanik sowie Optik studiert und danach in einem Zulieferbetrieb der Firma seines Vaters gearbeitet. So war er bestens mit dessen Arbeit vertraut und konnte sein Lebenswerk fortführen bis unsere Familie ein zweites Mal enteignet wurde. Nun wurde das Unternehmen in den VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) eingegliedert.

Als es zur Wiedervereinigung Deutschlands kam, war Hans-Jürgen Mühle Vertriebsleiter der GUB. Um diese in das neue Wirtschaftssystem zu führen, wurden er und vier weitere Kollegen zu Geschäftsführern ernannt. Nach Erfüllung seiner Aufgabe verließ er den Betrieb jedoch. Denn es war das Unternehmen seiner Vorfahren, dem sich Hans-Jürgen Mühle verpflichtet fühlte.

1994 gründete er die "Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik". Hier wollte er sich wieder dem präzisen Messen widmen. Das Wissen, das unsere Familie auf diesem Gebiet erworben hatte, hat er auf die Fertigung von Marinechronometern und Armbanduhren übertragen. Mit dieser Form von Messinstrumenten war er als Vertriebsleiter der GUB in Kontakt gekommen. Seitdem fertigt unsere Familie Marinechronometer und Schiffsuhrenanlagen. Zwei Jahre später erschien unsere erste mechanische Armbanduhr.

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Fünfte Generation: Thilo Mühle.

Die Leidenschaft für das präzise Messen beherrscht unsere Familie nun schon über 140 Jahre. Das in dieser Zeit angesammelte Wissen und die Werte, denen sich unser Unternehmen verpflichtet fühlt, werden dabei seit jeher vom Vater an den Sohn weitergegeben.

So trat auch Thilo Mühle in die Fußstapfen seines Vaters. Ins Familienunternehmen eingetreten ist er im Jahr 2000. Bodenständig wie wir von Mühle-Glashütte sind, hat er zunächst die Produktentwicklung für unsere Armbanduhren übernommen. Erst vier Jahre später teilte er sich die Unternehmensführung gemeinsam mit seinem Vater, bevor er 2007 schließlich die alleinige Geschäftsführung übernahm.

Sein Weg ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was wir von Mühle-Glashütte unter Kontinuität, Tradition und der Weitergabe von Wissen verstehen. Denn so können wir sicherstellen, dass das in unsere Armbanduhren, Marinechronometer und nautischen Instrumente einfließende Know-how nicht verloren geht. Und dass unsere Zeitmesser stetig weiterentwickelt werden, weil die nachfolgende Generation deren Entwicklung mit neuen Ideen vorantreibt.

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